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Das Grüne Band der Erinnerung: Auf der geschichtsträchtigen Extratour Point Alpha

  • 19. Aug. 2024
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Mai

Vier alte Kumpels, ein geschichtsträchtiger Grenzgang und das Schlossplatz-Bierchen

Für den zweiten Tag unseres Rhön-Ausflugs stand ein ganz besonderes Highlight auf dem Plan: die thüringische Extratour "Point Alpha". Dieses Mal sogar in noch größerer Runde, denn ein weiterer Kumpel aus unserer alteingesessenen Truppe stieß dazu – die Vorfreude auf das gemeinsame Wandern war riesig!

Vom Sportplatz in Geisa aus starteten wir zu einer rund 16 Kilometer langen Premium-Runde, die Naturgenuss perfekt mit bewegender Zeitgeschichte verknüpft. Über den historischen Schlangenpfad aus dem 19. Jahrhundert und vorbei an blühenden Wiesen wanderten wir hinauf zum beeindruckenden Panorama am "Kreuz der Geiserämter". Nach der unvermeidlichen Wanderer-Erkenntnis, dass jeder mühsam erklimmte Berg irgendwann auch wieder abgestiegen werden will, erreichten wir das Grüne Band. Das Wandern entlang des ehemaligen Todesstreifens und der DDR-Grenzanlagen der Gedenkstätte Point Alpha ließ uns alle innehalten. Zum genialen Abschluss gab es statt Pizza beim Italiener ein improvisiertes Schlossplatz-Bier vor historischer Kulisse. Kommt mit auf eine Tour, die unter die Haut geht!

🧭 Kurzübersicht der Tour

🚩 Ausgangsort und Ziel: Geisa – Parkplatz am Sportplatz

🥾 Typ: Rundwanderung

🕒 Gehzeit: ca. 4 Stunden

⛰️ Höhendifferenz: ↑ 370m ↓ 370m

📏 Weglänge (gesamt): ca. 15,9 km

🚆 ÖPNV: bahn.de

💪 Schwierigkeit: mittel



Kurzinfo:

Bei den Extratouren handelt es sich um Premiumwanderwege, die als Rundwege ausgelegt sind. Der Start ist an Wanderparkplätzen und sie können als Halbtages- oder Tagestour erwandert werden.

Die Extratour "Point Alpha" wird durch folgenden Wegweiser gekennzeichnet:

Extratour Point-Alpha-Weg Wegweiser
Extratour Point-Alpha-Weg Wegweiser

Für den zweiten Tag unserer Rhöntour habe ich die "Extratour Point Alpha" in der thüringischen Rhön geplant. Heute stößt ein weiterer Kumpel dazu, um mit uns diese Runde zu wandern. Wir vier kennen uns schon ewig und freuen uns, dass es endlich mit einer gemeinsamen Wanderung geklappt hat.

Wir treffen uns am Parkplatz am Sportplatz in Geisa. Geisa ist eine Kleinstadt im Biosphärenreservat Rhön, unweit der hessisch-thüringischen Grenze. Wir laufen hinter dem Sportplatz entlang, um auf die eigentliche Extratour-Runde zu gelangen. Nach ca. 300 m haben wir den "Einstieg" zur "Point Alpha Tour" erreicht. Zum Auftakt kommen wir am alten jüdischen Friedhof vorbei. Bald darauf gelangen wir zum "Schlangenpfad". Auf einer Länge von 800 m wurde dieser Ende des 19. Jahrhunderts als Panoramaweg angelegt. Heute liegt der Pfad komplett im Wald und "schlängelt" sich am Hang entlang. Ein toller Beginn der Tour!


Wir verlassen den Schlangenpfad und laufen ein kleines Stück einen Schotterweg entlang. Kurze Zeit später gelangen wir auf einen schönen Wanderweg. Der lichte Wald gewährt uns einen tollen Ausblick auf den Ort Schleid. Nun leitet uns die Markierung nach rechts, steil den Berg hinauf. An einer Sitzgruppe unter einer Linde machen wir eine kurze Pause und genießen den Ausblick ins Ulstertal. Wir marschieren weiter, stetig den Berg hinauf. Oben angekommen treten wir aus dem Wald heraus und treffen auf das "Kreuz der Geiserämter" und begeistern uns an dem schönen Panorama. Wir laufen ein Stück auf einem Wirtschaftsweg. Die Markierung zeigt uns kurz darauf, dass es rechts auf einen Waldweg geht. Jetzt laufen wir den Berg hinunter. Am Wegweiser "Ulsterblick" biege ich kurz ab, um mir die Aussicht anzuschauen. Nur ist dort leider alles zugewachsen 🙄. Okay, dann zurück auf den Weg!

Es geht weiter bergab. Aus der Gruppe gibt es die rhetorische Frage: "Warum wir den Berg erst hochlaufen, um ihn dann wieder runterzulaufen?! 😂

Wir wandern über schöne Blühwiesen und Felder und gelangen schließlich in das Dorf Wiesenfeld, das schöne Fachwerkhäuser bietet.


Hinter dem Dorf führt uns der Wegweiser den Berg hoch und wir entschließen uns oberhalb des Dorfes, unsere Mittagspause einzulegen. Schön hier!

Nach der Rast geht es weiter Richtung des Grünen Bandes. Es bezeichnet den Geländestreifen zwischen ehemaliger innerdeutscher Grenze und den Grenzanlagen auf östlicher Seite und ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt kurz nach dem Mauerfall 1989. Ungefähr 30 Minuten später erreichen wir das Grüne Band und laufen auf diesem bis zum Infozentrum "Haus auf der Grenze", das zur Gedenkstätte Point Alpha gehört. Leider können wir die Ausstellung nicht besuchen, da unser Hund Max nicht mit hinein darf. Deshalb wandern wir weiter auf dem grünen Band zur Gedenkstätte Point Alpha. Wir kommen vorbei an einem alten DDR-Grenzturm und dem "Todesstreifen" der im Original zum Teil noch erhalten ist. Wir reden über die damalige Zeit und sind uns einig: "Was Menschen zum eigenen Machterhalt alles tun, ist krank!"


Als wir uns alles angesehen haben, wandern wir weiter. Für ein paar Hundert Meter laufen wir oberhalb von Geisa, bevor es hinunter in die Stadt geht. Auf dem Weg hinab hat man einen beeindruckenden Blick auf das Städtchen. In kurzer Zeit erreichen wir den Stadtrand und gehen durch ein Neubaugebiet. An der Hauptstraße biegen wir nach links ab und laufen bald die Straße zum Marktplatz hinauf. Hier habe ich eigentlich geplant, bei einem Italiener zu essen. Leider hat dieser gerade Urlaub😏. So geht es weiter über den Marktplatz und am Rathaus vorbei bis zum Schloss Geisa. Das Schloss ist mittlerweile zu einem schönen Hotel umgebaut und Mario hat die Idee 💡 im Hotel nach einem Kaltgetränk 🍺 zu fragen. Und siehe da, er kommt mit 4 Flaschen zurück 😇. Somit sitzen wir auf dem Schlossplatz vor den historischen Gebäuden und genießen, über "alte" Zeiten zu reden.

Irgendwann reißen wir uns los und neben dem Schloss führt uns der Wegweiser hinunter zur alten Stadtmauer. Ein Torbogen führt uns hindurch. Wir schlendern den Rest des Weges bis zu unseren Fahrzeugen zurück. Dort angekommen sind wir der Meinung, dass es eine tolle Tour war.



Fazit: Ein genialer Mix aus Rhöner Naturidylle und bewegender Zeitgeschichte

Die Extratour Point Alpha hat uns restlos begeistert! War der Vortag in der Hochrhön vor allem von der "offenen Ferne" geprägt, punktet diese Runde mit einer perfekten Symbiose aus Landschaftserlebnis und tiefgehender Geschichte. Die Pfadabschnitte wie der Schlangenpfad machen unheimlich viel Spaß, und die Ausblicke ins Ulstertal sowie auf das idyllische Städtchen Geisa sind wunderschön. Das absolute Kernstück – das Grüne Band und die Gedenkstätte Point Alpha – macht die Wanderung zu einem emotionalen und unvergesslichen Rückblick in die deutsche Vergangenheit.

Ein kleiner Tipp für Hundebesitzer: Wenn ihr wie wir mit Vierbeiner (Max 🐶) unterwegs seid, bleibt euch der Zutritt zum Infozentrum "Haus auf der Grenze" zwar verwehrt, die beeindruckenden Grenzanlagen unter freiem Himmel kann man aber auch so im Vorbeigehen hervorragend auf sich wirken lassen. Kulinarisch solltet ihr flexibel sein – falls der Italiener am Markt mal wieder Urlaub hat, rettet einen die Gastfreundschaft am Schloss Geisa das verdiente Finisher-Bier. Eine absolute Toptour mit Tiefgang!


Einkehrmöglichkeiten:


Meine Tour auf Komoot



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2 Kommentare


Gast
23. Aug. 2024

Heiko wie immer eine sehr informative Beschreibung bitte weiter so … Und danke für die tolle Planung! Ich kann Heiko als Wanderführer nur wärmstens weiter empfehlen und das nicht weil ich als Freund und Teilnehmer „befangen“ bin 😜 sondern aus tiefstem Herzen….

Das müssen wir wiederholen!

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Gast
20. Aug. 2024

Es war mir eine Freude mit Heiko, Mario und Thorsten diese wunderschöne Tour zusammen zu wandern.

Heiko, vielen Dank noch einmal für die tolle Vorbereitung und Führung 😘

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