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Rundwanderung Großheubach: Alte Steinbrüche an der Nebelkappe, Eselsweg & Kloster Engelberg

  • 5. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Mittelalterliche Handelswege, alte Sandsteinbrüche und ein kühles Klosterbier mit Blick übers Maintal: Die knapp 18 Kilometer von Kleinheubach über die Nebelkappe zum Kloster Engelberg gehören für mich zu den vielseitigsten Runden hier im Maintal. Mit knapp 530 Höhenmetern ist die Tour zwar stellenweise etwas steil, aber die Abwechslung entschädigt für die Höhenmeter.

🧭 Kurzübersicht der Tour

🚩 Start & Ziel: Bahnhof Kleinheubach (oder direkt im Ort in Großheubach)

🥾 Typ: Rundwanderung

⛰️ Höhenmeter: ca. 530 hm

🕒 Gehzeit: ca. 5–6 Std. reine Gehzeit (plant mit Einkehr lieber 6–7 Std. ein)

📏 Länge: ca. 18 km

⚠️ Anspruch: Mittel bis knackig (steile Anstiege, viele Stufen im Abstieg)

🌳 Beste Zeit: Frühjahr bis Spätherbst

Highlights der Tour:


  • Bunt bemaltes Trafohäuschen in Großheubach

  • Historisches Fachwerkrathaus (1612)

  • Alte Sandsteinbrüche an der Nebelkappe

  • Kleindenkmal „Saustall“

  • Handelsweg „Eselsweg“ & Felsen Hunnenstein / Heunenschüssel

  • Kloster Engelberg

  • Klosterschänke Kloster Engelberg

  • 612 Sandsteinstufen der „Engelsstaffeln“

Die Anreise mit der Maintalbahn ist unkompliziert: Der Bahnhof Kleinheubach liegt direkt am Startpunkt. Wer mit dem Auto anreist, findet dort ebenfalls Parkmöglichkeiten. Wer sich den flachen Abschnitt durch Kleinheubach sparen möchte, kann die Runde auch direkt in Großheubach beginnen.

Vom Bahnhof Kleinheubach führt der Weg zunächst am Schlosspark von Schloss Löwenstein vorbei und über die Mainbrücke nach Großheubach. Direkt nach der Brücke fiel mir ein aufwendig bemaltes Trafohäuschen auf – ein schönes Detail, das mich spontan an die gestalteten Trafostationen in Heimbuchenthal erinnert hat.

  • Schloß Löwenstein
  • Blick von der Mainbrücke
  • Trafohäuschen Großheubach

Vorbei am Fachwerkrathaus von 1612 beginnt der Anstieg hinauf zur Nebelkappe. Oben geht es auf schmalen Pfaden durch alte Sandsteinbrüche. Eine weite Fernsicht hat man hier oben im dichten Wald zwar nicht, aber die verwitterten Steinbrüche geben dem Abschnitt eine eigene, ruhige Stimmung.

  • Fachwerkrathaus Großheubach
  • Pfad zur Nebelkappe
  • Steinbruch
  • Wanderpfad

Nach der Nebelkuppe geht es erst einmal bergab durch den Wald. Unten überquere ich eine Straße und folge rechts dem Fahrweg wieder bergauf hinüber zum Weiler Klotzenhof (viele Schilder weißen den Weg). Die kleine Siedlung besteht zwar nur aus wenigen Häusern, hat aber überraschenderweise gleich drei Gasthäuser (Öffnungszeiten vorab prüfen, wer Einkehren möchte) zu bieten.

  • Wegweiser zum Klotzenhof
  • Klotzenhof
  • Gasthof in Klotzenhof

Hinter Klotzenhof steigt der Weg noch einmal an. Sobald man wieder im Wald ist, geht es meist auf schönen Naturwegen und schmalen Pfaden weiter. Kurz vor dem Eselsweg kommt man schließlich am „Saustall“ vorbei: Dieser runde Natursteinpferch diente den Großheubachern früher als Sammelplatz für ihre Schweine. Hier oben wurden die Tiere zusammengetrieben und blieben zusammen mit ihren Hirten über Nacht, um tagsüber im Eichenwald auf Futtersuche zu gehen.

  • Blick zurück auf Klotzenhof
  • Pfad hinauf zum Eselsweg
  • Saustall
  • Saustall Steinwall

Auf dem historischen Eselsweg (den ich ja schon am Stück gewandert bin – den ausführlichen Bericht dazu findest du hier im Blogartikel zum Eselsweg) geht es anschließend weiter Richtung Kloster Engelberg. Zuerst führt der Weg über den Ospis mit seinem Gipfelkreuz, bevor ich an einer neu erbauten Hütte des Naturparks Spessart eine kurze Rast einlege.

Weiter unterwegs passiert man mit dem Hunnenstein eine mächtige Felsformation und die Heunenschüssel. Besonders die Heunenschüssel fällt durch eine schalenförmige Vertiefung an der Oberseite auf. Früher hielt sich hartnäckig die Legende, es handle sich um eine heidnische Opferstätte oder ein Relikt alter Riesen – der Begriff „Heunen“ lässt sich nämlich auf alte Sagen über Riesen zurückführen. Geologisch gesehen handelt es sich jedoch um eine natürliche Verwitterungsform des Sandsteins. Ein kurzer Abstecher lohnt sich auf jeden Fall, um sich die Formationen aus der Nähe anzuschauen.

  • Gipfelkreuz Ospis
  • Hütte Naturpark Spessart
  • Hunnenfelsen
  • Heunenschüssel
  • Eselsweg Wegweiser

Kurz darauf geht es sehr steil hinunter zum Kloster. Vor dem Kloster entscheide ich mich für den linken Weg direkt an der alten Klostermauer entlang. Ein Stück weiter unten erreiche ich einen schönen Aussichtspunkt – die sogenannte „Willibaldsruh“. Ein Hinweisschild erklärt dort, wie es dazu kam: Pater Willibald, ein ehemaliger Franziskanermönch des Klosters und beliebter Seelsorger, schätzte genau diesen ruhigen Fleck und den Blick über das Maintal ganz besonders. Von hier aus geht es unterhalb der Mauer schließlich weiter bis vor das Kloster.

  • Weg an der Klostermauer Kloster Engelberg
  • Willibaldruhe
  • Bänke an der Willibaldruhe
  • Steintreppe unterhalb Kloster Engelberg

Das Kloster Engelberg blickt auf eine lange Geschichte zurück – von den Kapuzinern über die Franziskaner bis hin zu den Oblaten des heiligen Joseph, die hier seit 2024 wirken. Neben seiner Rolle als Wallfahrtsort dient es als Grab des Hauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Die Klosterschänke ist der ideale Ort für eine Einkehr vor dem Abstieg: Ein Klosterbier und eine Mahlzeit gehören hier fast schon zum Pflichtprogramm.

(Bild: Kloster Engelberg / Schänke)

  • Kloster Engelberg Großheubach
  • Blick ins Maintal vom Kloster Engelberg
  • Klosterbier mit grüner Soß und Eier
  • Kaffee in der Klosterschänke

Der Rückweg nach Großheubach führt über die „Engelsstaffeln“ – genau 612 Sandsteinstufen, vorbei an den Stationen des Kreuzwegs und einer kleinen Kapelle.

(Hinweis für die Knie: Wer steile Stufen im Abstieg meiden möchte, es gibt daneben auch einen Serpentinen-Weg).

  • Beginn Engelsstaffeln
  • Kapelle an den Engelsstaffeln

Unten in Großheubach geht es schließlich durch den Ort und über die Mainbrücke zurück zum Bahnhof Kleinheubach.

Kloster Engelberg Großheubach

Fazit

Die Kombination aus strammen Anstiegen, der Einkehr auf dem Engelberg und den ruhigen Abschnitten auf dem Eselsweg macht diese Runde zu einer der stimmigsten Touren im südlichen Spessart.


Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)



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