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Spessartfährte "Junge Jossa": Rundweg ab Lettgenbrunn zum Beilstein

vor 5 Stunden
4 Min. Lesezeit

Die Spessartfährten im hessischen Spessart sind immer einen Ausflug wert. Wer die Spessartfährte "Junge Jossa Lettgenbrunn" beginnt und den Rundweg gegen den Uhrzeigersinn läuft, bekommt eine runde Mischung aus ruhigen Bachläufen, weiten Wiesen und einem echten geologischen Highlight zum Ende.

🧭 Kurzübersicht der Tour

🚩 Start & Ziel: Parkplatz an der Doppelkirche

🚆 Anreise mit dem ÖPNV: etwas umständlich, bitte vorher prüfen (Ziel: Lettgenbrunn/Kirche) unter bahn.de

🚗 Anreise per Auto: Parkplatz

🥾 Typ: Rundwanderung

⛰️ Höhenmeter: ca. 200 hm

🕒 Gehzeit: ca. 3,5 Std

📏 Länge: ca. 12,5 km (mit Abstecher ins Naturschutzgebiet Beilstein 13,5 km)

🍽️ Einkehr: Sudetenhof (bei meinem Besuch wegen Urlaub geschlossen)

⚠️ Anspruch: leicht bis mittel

🌳 Beste Zeit: Ganzjährig schön, besonders im Frühjahr und Herbst

Spessartfährte Junge Jossa Lettgenbrunn

Highlights der Tour:


  • Lettgenbrunn: Quellort der Jossa, Startpunkt der Runde

  • Doppelkirche: katholische und evangelische Gemeinde unter einem Dach

  • „Alte Köhlerhütte": Hinweisschild zur letzten Köhlerhütte des Spessarts

  • Rhönblick: Aussichtspunkt mit Bank, ideal für die Vesperpause

  • Alter Bahndamm: der Verlauf ist noch gut im Gelände zu erkennen

  • Beilstein: Basaltkegel mit beeindruckenden Basaltfelsen und Säulen, Reste einer Ruine auf dem Gipfel und die größte Basalthöhle des Main-Kinzig-Kreises (für Fledermäuse abgesperrt)

  • Naturschutzgebiet Beilstein: rund 200 dokumentierte Pflanzenarten, einziges natürliches Bergulmen-Vorkommen im Spessart

Start an der Doppelkirche und ab in die Weite

Startpunkt ist der Parkplatz an der Doppelkirche in Lettgenbrunn, dem Quellort der Jossa mit seiner bewegten Geschichte (was der Ort schon alles erlebt hat, lest ihr am besten auf Wikipedia nach!).

Schon direkt zu Beginn treffe ich auf eine echte Besonderheit: Die örtliche Kirche beherbergt unter einem gemeinsamen Dach sowohl die katholische als auch die evangelische Gemeinde.

Ich wandere durch den Ort, bis ich am Gasthaus „Sudetenhof“ nach links abbiege und ihn hinter mir lasse. Nun geht es ein Stück oberhalb der Jossa entlang. Der Weg führt mich sanft hinab in das breiter werdende Tal. Hier schlängelt sich das junge Bächlein durch Wiesen und Felder.

Kurz darauf geht es den Berg hinauf, ein kleines Stück oberhalb des Ortes entlang, bevor der Weg in den Wald führt. Dort treffe ich auf die „alte Köhlerhütte“. Auf dem Hinweisschild erfahre ich, dass hier einst die letzte Köhlerhütte des Spessarts stand. Von hier aus zieht der Weg weiter durch den Wald. An einem alten Grenzstein geht es nach rechts Richtung Pfaffenhausen. Hier lässt es sich in aller Ruhe gehen – einfach das Rauschen des Waldes und die frische Luft genießen.

Kurz vor dem Pfaffenhausen nimmt der Weg eine fast 180-Grad-Kehre und steigt nun moderat an. Oberhalb von Pfaffenhausen laufe ich über Felder und Wiesen und gelange zum Aussichtspunkt „Rhönblick“. Dort lädt eine Bank ein, diese wunderbare Aussicht zu genießen, und ich nutze das für eine kleine Vesperpause, bevor es weitergeht.


Vom Bahndamm zum Basaltriesen Beilstein

Nachdem der Pause, wandere ich ein Stück durch den Wald und komme oberhalb von Lettgenbrunn wieder ins Freie. Jetzt geht es am Waldrand entlang, mit herrlichen Ausblicken auf das Tal unter mir. Bald quere ich den Eselsweg und folge dem Waldrand weiter. Auf einmal laufe ich auf dem alten Damm einer Bahnlinie. Leider habe ich dazu keine näheren Infos gefunden, aber der Verlauf ist noch richtig gut im Gelände sichtbar.

Kurz wandere ich noch einmal an Feldern vorbei, erreiche wieder den Wald und komme bald am Beilstein an. Hier wird es geologisch spannend. Mit knapp 500 Metern ist er kein Gigant, aber im Spessart fällt er auf: Rundherum prägt der Buntsandstein die Landschaft, dort ragt plötzlich ein Basaltkegel vulkanischen Ursprungs auf. Vor etwa 10 bis 20 Millionen Jahren haben Vulkanausbrüche ihn geformt. Das umgebende Gestein ist um ein Vielfaches älter. Erst die Erosion hat den harten Basalt nach und nach freigelegt. Die Basaltfelsen sind wirklich beeindruckend. An den Wänden stehen die typischen Säulen, dazwischen sitzen kleinere, fast kugelrunde Gebilde. Im Berg steckt die größte Basalthöhle des Main-Kinzig-Kreises. Betreten kann man sie allerdings nicht. Sie ist zum Schutz der Fledermäuse abgesperrt. Oben auf dem Gipfel sind außerdem noch eine Ruine zu sehen.

Der Beilstein liegt in einem Naturschutzgebiet, das nicht nur die Basaltkuppe, sondern auch die umliegenden Wälder umfasst. Auf 5,75 Hektar sind etwa 200 Pflanzenarten dokumentiert, und die Bergulme hat hier sogar ihr einziges natürliches Vorkommen im ganzen Spessart.

Wenn ihr dem Gebiet einen Abstecher gönnt, habe ich eine Bitte: Bleibt auf den Wegen und lasst der Natur die Chance, sich zu entwickeln. Solche Orte gibt es im Spessart leider viel zu wenige.


Das Finale über dem Quellgebiet

Nachdem ich den Beilstein verlassen habe, quere ich den Villbach, der in Lettgenbrunn die Junge Jossa speist, gehe über die Straße, und ein Pfad führt mich entlang einer Koppel den Berg hinauf. Über Felder und Wiesen wandere ich, immer oberhalb von Lettgenbrunn entlang, und genieße noch einmal den Blick über das gesamte Quelleinzugsgebiet der Jossa. Bald geht es hinunter in den Ort und zurück zum Ausgangspunkt.

Nach der Runde bietet sich eine Einkehr im Gasthaus „Sudetenhof“ in Lettgenbrunn an. Bei meinem Besuch hatte es leider Urlaub.


Fazit

Die Runde ab Lettgenbrunn hat mich mit ihrer Abwechslung überzeugt: vom jungen Bächlein der Jossa über weite Wiesen und ruhige Waldstücke bis zum Basaltfelsen am Beilstein, der im Spessart wirklich eine Ausnahme ist. Dazu kommen kleine Entdeckungen am Wegesrand, von der Doppelkirche über die Köhlerhütte bis zum alten Bahndamm. Der Rhönblick eignet sich gut für eine Vesperpause. Wer im Jossgrund unterwegs ist, sollte diese Tour nicht auslassen.


Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)



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