Spessartfährte - Die abwechslungsreiche Jossgrund-Runde
- 3. Nov. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai
Grenzenlose Weitblicke, Picknick-Service im Wald und ein unterschätzter Premiumweg
Manchmal muss man sich einfach selbst ein Bild machen. Die Rede ist von der Spessartfährte „Jossgrund-Runde“, die vom Deutschen Wanderinstitut mit starken 76 Erlebnispunkten zertifiziert wurde, bei der Wahl zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ aber leider auf dem letzten Platz landete. Ich habe mir die Tour zusammen mit meinem Vater angeschaut und kann direkt vorwegnehmen: Diese rote Laterne hat die Runde absolut nicht verdient!
Bei unserer Wanderung starteten wir direkt an der mächtigen ehemaligen Wasserburg in Burgjoß. Auf den knapp 12 Kilometern erlebten wir eine fantastische Vielfalt, die garantiert keine Langeweile aufkommen lässt. Vorbei an einer historischen Viehwaage führte uns der Weg hinauf zu einem grandiosen 360-Grad-Panorama auf dem Zöllersberg, von wo aus wir den imposanten „Dom an der Jossa“ im Tal bewundern konnten. Entlang der alten hessisch-bayerischen Grenze mit ihren historischen Preußen- und Bayern-Grenzsteinen ging es vorbei an herbstlich leuchtenden Wäldern, einem geheimen Picknick-Lieferplatz und einer seltenen Wacholderheide, bevor uns ein traumhafter Uferpfad an der mäandernden Jossa zurück zum Ausgangspunkt leitete. Kommt mit auf einen absolut unterschätzten Spessart-Schmankerl!
🧭 Kurzübersicht der Tour 🚩
Ausgangsort und Ziel: Burgjoß – Parkplatz Burgwiesengraben hinter der Burg
🥾 Typ: Rundwanderung
🕒 Gehzeit: ca. 3,5 Stunden
⛰️ Höhendifferenz: ↑ 280m ↓ 280m
📏 Weglänge (gesamt): ca. 11,8 km
🚗 Anfahrt: Parkplatz Burgwiesengraben
🚆 ÖPNV: bahn.de
💪 Schwierigkeit: mittel
Kurzinfo:

Die Spessartfährte "Jossgrund Runde" startet direkt am Parkplatz hinter der Burg von
Burgjoß. Der Premiumwanderweg wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit der Erlebnispunktzahl 76 ausgezeichnet und stand auch zur Wahl als "Schönster Wanderweg Deutschlands". Dort belegte er leider den letzten, 15. Platz. Vorweg, das hat der Weg in meinen Augen nicht verdient. Man erlebt schöne Wanderwege, idyllische Wiesentäler und die mäandernde Jossa. Durch den Wechsel zwischen Wald, freier Landschaft und immer wieder schönen Ausblicken kommt keine Langeweile auf.
Weitere Infos zur Tour findet ihr beim Tourismusverband "Spessart Tourismus".
Die Spessartfährte beginnt direkt am Parkplatz Burgwiesengraben hinter der Burg. Eine Infotafel informiert uns über den Premiumwanderweg. Mein Vater und ich möchten die Runde gegen den Uhrzeigersinn wandern, da er vor ein paar Jahren diesen Weg schon in entgegen gesetzter Richtung gelaufen ist. Der Wegweiser zeigt uns den Weg, wir laufen durch den Ort und kommen an einer alten Viehwaage vorbei. Als wir einen Blick ins innere des kleinen Gebäudes werfen, finden wir eine intakte Wiegeanlage vor. Ich überlege mich zu wiegen, aber lasse es lieber 😅. Es geht zur Straße hoch. Dort laufen wir nach links, überqueren die Straße und wandern bergauf aus dem Dorf hinaus. Bald erreichen wir Oberndorf. Oberhalb des Ortes folgen wir weiter dem Wegweiser. Wir haben von oben immer wieder einen tollen Ausblick auf den "Dom" an der Jossa. Wie die wirklich imposanten Kirche von Oberndorf im Volksmund genannt wird. An zwei Bänken und einem Tisch bleiben wir etwas länger stehen und versuchen dort einen Holzkasten zu öffnen in dem sich ein Wanderbuch befinden soll. Leider bekommen wir es nicht auf, da der Kasten sich durch die Feuchtigkeit verzogen hat. So setzen wir den Weg ohne einen Eintrag ins Buch fort.
Es geht nun steil den Zöllersberg hinauf. Oben, auf dem Berg, angekommen haben wir nahezu einen 360 Grad Blick. Wir wandern eine Weile auf der Höhe und haben immer wieder schöne Ausblicke auf Pferdekoppeln, Wiesen und Felder. Bald zeigt uns der Wegweiser, dass es nach links hinab ins Tal geht. Auf dem Weg hinab beeindruckt mich der gegenüberliegende Wald, der in herbstlichen Farben 🍁🍂 leuchtet. Wir kommen an einer Tafel vorbei, auf der ein Spessarturlauber seinem geliebten Spessart ein Lied gewidmet hat. Nachdem wir den schönen Text des Liedes gelesen haben, gehen wir das Tal hinunter und gelangen bald in den Wald, den wir auf einem Waldweg durchqueren. Kurz danach geht es am Waldrand entlang zu einem Rastplatz mit Tisch und Bänken. Hier kommt etwas Besonderes, man kann sich ein Picknick her liefern lassen🙂, eine tolle Sache! Hier kann man sich wieder in ein Wanderbuch eintragen und es funktioniert! Der Holzkasten lässt sich öffnen. Wir tragen uns ins Buch ein und genießen eine Weile die schöne Aussicht nach Mernes, bevor wir weiter laufen.
Der Weg führt weiter durch die Felder und wir erreichen die hessisch-bayerische Grenze, die hier noch durch viele alte Grenzsteine markiert ist. Die Steine tragen auf der einen Seite die Gravur KP (Königreich Preußen) und auf der gegenüberliegenden Seite die Buchstaben KB (Königreich Bayern). Entlang der Grenze geht es weiter bis zum ehemaligen Forsthaus Zieglerfeld. Von hier aus wandern wir auf einem Pfad oberhalb der Straße. 600 Meter weiter zeigt der Wegweiser den Berg hinauf. Nicht allzu steil geht es am Feldrand entlang. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Waldrand, an einer weiteren Rastmöglichkeit machen wir eine kurze Trinkpause.
Es geht nun wieder in den Wald und ein Stück weiter treffen wir auf eine Wachholderheide. Diese Fläche gehört mit zu den letzten Bereichen mit Wacholderheide im Spessart und gehört zum Schutzgebietsnetz „Natura 2000". Wir wandern noch ein Stück den Berg hinauf, bevor wir durch den Wald wieder hinunter nach Burgjoß gehen. Vorbei an einer Herde schottischer Hochlandrinder und einer großen Biogasanlage erreichen wir das Gewerbegebiet Burgjoß. Wir überqueren die Landstraße und erreichen kurz darauf die Jossa. Auf dem schmale Uferpfad folgen wir der mäandrierenden und von Erlen gesäumten Jossa bis zum Parkplatz. Bevor wir nach Hause fahren schauen wir uns die mächtige ehemalige Wasserburg an und entschließen uns dabei die schöne Wanderung in der Pizzaria Da Salva in Oberndorf ausklingen zu lassen.
Fazit: Zu Unrecht unterschätzt – ein Premium-Genuss im hessischen Spessart
Lasst euch von alten Voting-Ergebnissen nicht täuschen – die „Jossgrund-Runde“ ist ein wunderschöner Premiumwanderweg im hessischen Spessart, der von mir eine ganz klare Empfehlung bekommt! Der Weg punktet mit einem exzellenten, extrem kurzweiligen Wechselspiel aus dichten Waldpassagen, offenen Kulturlandschaften und tiefen, idyllischen Wiesentälern. Highlights wie die historischen Grenzsteine, der Blick auf die schottischen Hochlandrinder und die seltenen Wacholderheiden machen die Runde unheimlich charmant.
Ein riesiges Lob verdient die Markierung: Die leuchtend orangen Schilder der Spessartfährte sind spitzenmäßig angebracht, sodass man das Handy komplett in der Tasche lassen und einfach nur entspannt die Natur genießen kann.
💡 Tipps für Nachwanderer: Direkt auf der Strecke gibt es keine Einkehrmöglichkeiten, haltet also Ausschau nach dem coolen Picknick-Lieferdienst am Rastplatz oder packt euch eine Brotzeit ein, um euch beim Blick auf Mernes im funktionierenden Wanderbuch zu verewigen. Für den perfekten Abschluss solltet ihr euch unbedingt noch die Wasserburg Burgjoß ansehen.
Einkehrmöglichkeiten:
Auf dem Weg leider keine, aber in Burgjoß oder Oberndorf kann man die Wanderung in einem Gasthaus ausklingen lassen.
Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)
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Jeder der meinen Wanderungen folgt, tut dies auf eigenes Risiko. Nehmt bitte immer ausreichend Getränke und Essen mit.
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Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden nicht beeinflusst.










































































Hallo Heiko, vielen lieben Dank für die Beschreibung der wirklich wunderschönen Tour. Ich bin diese gestern mit meiner Frau gelaufen und wir waren beide von der Natur, den Bäumen und Wiesen und den so abwechslungsreichen Wegen begeistert! Wir sind die Runde im Uhrzeigersinn gewandert und die Strecke ist, genau wie du beschrieben hast, super beschildert. Es war so ein schöner Tag! Übrigens, der Holzkasten mit dem Wanderbuch (mit Blick auf Oberndorf) geht auf, indem man den Riegel an der seitlich befestigten Kette herauszieht. Ich hatte es auch erst mit roher Gewalt probiert und dachte ebenfalls, der Kasten hätte sich verzogen (typisch "Mann"), bis meine Frau sagte: zieh' doch mal den Riegel ab...wir mussten beide sehr lachen 😀!