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Vom Gasthof im Hochspessart durchs Hafenlohrtal nach Rothenbuch und zurück auf dem Hasenstabweg

vor 12 Minuten
4 Min. Lesezeit

Wer meinen Blog liest, weiß: Das Hafenlohrtal ist für mich einfach eine der schönsten Ecken bei uns im Spessart. Hier gibt es keine breiten Asphaltschneisen, sondern ein richtig ruhiges, naturbelassenes Tal mit feuchten Erlenwäldern und offenen Wiesen.

Dass das Tal heute so ruhig und naturbelassen ist, war lange keine Selbstverständlichkeit: Hier sollte ein großer Trinkwasserspeicher entstehen, der das Tal unter Wasser gesetzt hätte. Rund 30 Jahre lang haben sich Naturschützer dagegen gewehrt. 2008 hat die Bayerische Staatsregierung die Pläne schließlich aufgegeben, und 2022 wurde der Speicher auch aus dem Regionalplan gestrichen. Heute sind Teile des Tals geschützt.

Wenn man von Lichtenau nach Rothenbuch läuft und auf dem Rückweg den Hasenstabweg mitnimmt, hat man eine abwechslungsreiche und rundum gelungene Tour.

🧭 Kurzübersicht der Tour

🚆 Anreise mit dem ÖPNV: Wer mit Bus und Bahn anreist, muss den Startpunkt verlegen, da der Gasthof in Lichtenau nicht angebunden ist. Startet die Runde in diesem Fall einfach am Ahlmichdamm, Rothenbuch. Verbindungen checkt ihr am besten vorab auf bahn.de.

🚗 Anreise per Auto: Parkplatz

🥾 Typ: Rundwanderung

⛰️ Höhenmeter: ca. 250 hm

🕒 Gehzeit: ca. 4,5 Std

📏 Länge: ca. 16 km

🍽️ Einkehr: Spechtshaardt (Rothenbuch)

Gasthaus zum Löwen (Rothenbuch)

⚠️ Anspruch: mittel🌳

Beste Zeit: Ganzjährig schön, besonders aber im Herbst

Hafenlohrtal Rundwanderung ab Lichtenau

Highlights der Tour:


  • Neues Teilstück am Hasenstabweg: Schöner, naturnaher Pfad gleich zu Beginn der Tour unterhalb der Straße.

  • Bohlensteg im Hafenlohrtal: Führt trockenen Fußes direkt durch die feuchten, unberührten Wiesenauen.

  • Mäandernde Hafenlohr: Völlig ungezähmter Flusslauf, den man auf den Wiesenpfaden an den Gattern vor der Ruhlandsmühle aus nächster Nähe beobachten kann.

  • Schloss Rothenbuch: Historischer Ortskern mit dem alten Wasserschloss und der Statue des legendären Wildschützen Johann Adam Hasenstab.

  • Mariengrotte & Lindenweg: Toller Ausblick zurück auf das Spessartdorf und ein stimmungsvoller Weg unter Linden in Richtung Waldrand.

  • Spessarthöhen: Ruhige Waldpfade und alte Buchen- und Eichenbestände auf dem Rückweg über den Höhenrücken.

Durch das Hafenlohrtal

Los geht es am Gasthof im Hochspessart in Lichtenau. Ein Ort mit einer kleinen Besonderheit: 1927 war hier der Schriftsteller Kurt Tucholsky zu Gast. Die Ruhe und Abgeschiedenheit des Tals haben ihn damals zu seiner Erzählung „Das Wirtshaus im Spessart“ inspiriert.

Von hier aus laufe ich erst mal ein kurzes Stück die Straße flussaufwärts. Dann kommt gleich ein besonders schöner Teil: Das neu eröffnete Teilstück des Hasenstabwegs führt hier unterhalb der Straße auf einem richtig tollen, schmalen Pfad entlang.

Kurz darauf überquere ich das Tal auf dem neuen Bohlensteg. So kommt man wunderbar durch die feuchten Wiesen, ohne die Natur plattzutreten. Auf einem Schotterweg laufe ich weiter bis zum Ahlmichdamm. Dort quere ich das Tal noch einmal und wandere weiter flussaufwärts Richtung Rothenbuch.


Die mäandernde Hafenlohr und Rast in Rothenbuch

Kurz vor der Ruhlandsmühle wird es noch mal richtig idyllisch. Ein wunderschöner Pfad führt wieder direkt durchs Hafenlohrtal. Ich durchquere zwei Gatter und kann mir aus nächster Nähe anschauen, wie die Hafenlohr hier ungezähmt durch die Wiesen mäandert. Auf der anderen Seite geht es an einem Zaun entlang weiter, ehe der Weg kurz bergauf über die Straße führt. In Rothenbuch angekommen, lege ich im Gasthaus Spechtshaardt erst mal eine gemütliche Pause ein.


Durchs Dorf hinauf zur Mariengrotte

Frisch gestärkt geht es danach ein Stück durch den Ort, bis ich am Schloss Rothenbuch und der Statue von Johann Adam Hasenstab ankomme. Hasenstab, wahrscheinlich 1716 in Rothenbuch geboren, gilt als der berühmteste Wilderer des Spessarts. Vermutlich war er zunächst als Jagdgehilfe tätig, verlor aber seine Stelle und machte das Wildern wahrscheinlich zu seinem Beruf. Für die einen war er ein Robin Hood, der sich gegen die Obrigkeit auflehnte, für die anderen schlicht ein Krimineller. 1773 soll er von einem kurmainzischen Revierjäger erschossen worden sein. Nach ihm ist der Hasenstabweg benannt. Von hier aus führt der Weg stetig bergauf und aus dem Dorf hinaus.

An der Mariengrotte lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben und sich umzudrehen: Man hat von dort einen richtig schönen Ausblick auf Rothenbuch. Weiter geht es auf einem von Linden gesäumten Weg hinauf bis an den Waldrand.


Auf dem Hasenstabweg zurück ins Hafenlohrtal

Am Waldrand tauche ich wieder in den Wald ein. Immer auf dem Hasenstabweg (markiert mit dem Hasenstab-Wegweiser) geht es jetzt gleich wieder bergab. Die feuchten Erlenwälder aus dem Tal machen hier oben Platz für alte Buchen und Eichen. Über naturbelassene Pfade geht es durch ruhige Waldstücke hinunter ins Hafenlohrtal. Kurz vor dem Bohlensteg verlasse ich den Hasenstabweg und durchquere das Tal noch einmal, so wie zu Beginn der Wanderung. Auf der gegenüberliegenden Talseite wandere ich zum Ausgangspunkt.


Fazit

Die Tour hat mir richtig gut gefallen. Vor allem das neue Teilstück des Hasenstabwegs und die Pfade direkt an der Hafenlohr sind wunderschön zu laufen. Denkt wie immer an festes Schuhwerk – gerade am Bohlensteg und auf den erdigen Waldpfaden kann es schnell mal feucht und rutschig werden. Am Ende der Tour bietet sich dann noch eine Einkehr im Gasthof im Hochspessart an (Öffnungszeiten beachten: Freitag und Samstag von 15 bis 22 Uhr).


Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)



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