Unterwegs auf dem Räuberpfad: "Höhen und Tiefen" im Spessart bei Heimbuchenthal
- 19. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai
Auf dem Räuberpfad : Von der „Herrin der Berge“ zur magischen Lärchenallee
Der Spessart ist bekannt für seine sagenumwobenen Räubergeschichten – und genau auf deren Fährte habe ich mich heute begeben! Auf dem Programm stand der Räuberpfad „Höhen und Tiefen“ in Heimbuchenthal. Eine rund 12,6 Kilometer lange Rundtour, die ihren Namen absolut zu Recht trägt und mich von der ersten Minute an begeistert hat. Hier bekommt man die perfekte Symbiose aus knackigen Anstiegen, herrlicher Natur und spannenden historischen Relikten geboten.
Schon der Auftakt im idyllischen Elsavatal war dank einer alten Lokomotive und den historischen Wasserwiesen im Kurpark unheimlich charmant. Doch der Spessart forderte bald Tribut: Ein knackig steiler Waldpfad brachte mich ordentlich ins Schwitzen, bis sich das Dickicht öffnete und den Blick freigab auf die wunderschöne Kapelle „Herrin der Berge“, die im Schatten einer imposanten Kastanie als echter Ort der Ruhe thront. Nach einer faszinierenden Pilzentdeckung – einem Judasohr am Holunderstrauch – und einer absolut erstklassigen, gehobenen Schlemmerpause am Heimathenhof wartete das absolute Kronjuwel der Tour auf mich: Ein märchenhafter, von uralten, dicken Lärchen gesäumter Alleenpfad, der mich hinab zu den historischen Wurzeln des Höllhammers führte.
🧭 Kurzübersicht der Tour
🚩 Ausgangspunkt und 🛤️ Ziel: Heimbuchenthal
🚗 Anreise (Auto): Route per Routenplaner (Parkplatz am Musikpavillion)
🚆 Anreise (ÖPNV): bahn.de
🥾 Tourtyp: Rundwanderung
⛰️ Höhendifferenz: ↑ 300 m / ↓ 300m
🕒 Gehzeit (ohne Pausen): ca. 3,5 Stunden
📏 Gesamtlänge: ca. 12,6 km
🍽️Einkehr: Heimathenhof
⚠️ Schwierigkeit: Mittel
Highlights der Tour:
🚂 Historische Zeugen im Tal: Alte Lok und Wasserwiesen im Tal der Elsava.
🧗 Der steile Anstieg: Herausfordernder Pfad im Wald.
⛪ Kapelle "Herrin der Berge" mit der imposanten Kastanie 🌳 (Ort der Ruhe und toller Ausblick).
🍽️ Einkehr-Tipp: Heimathenhof (gehoben, aber sehr lecker).
✨ Landschaftliches Highlight: Die wunderschöne, historische Lärchenallee (der schönste Abschnitt der Runde).
🏭 Industriegeschichte: Alte Grenzmauer und Scheune am Höllhammer (Holzkohlelager).
⚰️ Optionaler Abstecher: Der Alte Rexroth-Friedhof (Lost Place, Achtung: durch umgestürzte Eiche stark beschädigt).
💧 Ausklang: Der idyllisch gelegene Waldsee.

Vom Tal der Elsava hinauf zur Herrin der Berge
Ich starte am Parkplatz am Musikpavillon in Heimbuchenthal und folge zu Beginn dem Wegweiser im Tal der Elsava dorfaufwärts. Es geht vorbei an einer alten Lok, alten Wasserwiesen und durch den Kurpark. Ab dem Hotel zum Wiesengrund laufe ich weiter durchs Dorf und erreiche bald die Hauptstraße, die ich überquere. Hinter dem Hotel Lamm geht es in den Wald und auf einem Pfad den Berg hoch. Oberhalb von Heimbuchenthal verläuft der Weg weiter, dann kommt ein ziemlich steiler Abschnitt. Oben angekommen komme ich aus dem Wald, und mein Blick fällt auf die Kapelle "Herrin der Berge" mit der imposanten Kastanie. Ein schöner Ort der Ruhe hier oben.
Pilzfund, Aussichten und die genussvolle Einkehr
An der Kapelle zeigt mir der Wegweiser, dass es nun nach rechts geht, und ich laufe auf Volkersbrunn zu. Bevor ich das Dorf erreiche, biege ich links auf einen Schotterweg ab. Immer wieder habe ich schöne Ausblicke ins Tal. Als ich durch ein Wäldchen laufe, sehe ich auf einmal einen Pilz, der wie ein Ohr aussieht, an einem alten Holunder. Beim näheren Betrachten erkenne ich, dass es sich um das Judasohr handelt 🤩. Ein guter Speisepilz, dem auch allerlei gesundheitlich positive Wirkungen zugeschrieben werden. Nach etwa zwei Kilometern erreiche ich mein Einkehrziel: den Heimathenhof. Dort habe ich sehr gut gegessen. Es ist zwar teurer und gehobener, aber es hat sich gelohnt und war sehr, sehr lecker.
Die magische Lärchenallee und die Spuren des Höllhammers
Mit vollem Magen geht es weiter! Der Räuberpfad führt mich erst über Felder und geht dann in den Wald. Bald darauf kommt ein tolles Highlight: die Lärchenallee. Hier verläuft der Weg gesäumt von wunderschönen, alten Lärchen hinab Richtung Höllhammer. Für mich ist das der schönste Abschnitt der gesamten Runde. Ihr wisst ja langsam aus meinen Blogbeiträgen, wie sehr ich alte Bäume mag 😉. Am Höllhammer biege ich rechts ab und wandere an der alten Grenzmauer des Höllhammers hinab ins Tal. Unten steht eine alte Scheune, in der früher die Holzkohle zur Betreibung des Eisenhammers gelagert wurde, ein spannender Blick in die Vergangenheit! Kurz danach geht es scharf links, und ich wandere auf der anderen Seite des Tals aufwärts zurück Richtung Heimbuchenthal.
Um die Entstehungsgeschichte des alten Hammergutes "Höllhammer" ranken sich viele Sagen und Legenden: lest hier nach.
Lost Place, Waldsee und der Ausklang
An der nächsten Abzweigung verlasse ich kurz den Räuberpfad und laufe zu einem echten Lost Place, zum alten Rexroth-Friedhof, ein sehr spannender Ort. Dieser Ort wird von alten Eichen umsäumt, doch leider ist eine dieser alten Eichen umgestürzt und hat den Friedhof sehr stark beschädigt. Zurück auf dem Weg geht es durch den Wald, bis ich den idyllisch gelegenen Waldsee erreiche. Von dort geht es noch einmal um den Berg, und ich erreiche wieder das Dorf. Kurz darauf stehe ich am Parkplatz, bei meinem Auto. Eine wirklich empfehlenswerte Runde, mit einigen tollen Highlights gespickt.
Mein Fazit
Der Räuberpfad „Höhen und Tiefen“ überzeugt durch eine gelungene und ausgewogene Kombination aus sportlicher Herausforderung, landschaftlichen Höhepunkten und historischen Details. Die Route ist sehr kurzweilig gestaltet: Nach dem fordernden Anstieg zu Beginn wird man an der Bergkapelle mit einem weiten Ausblick belohnt. Die Einbindung des Heimathenhofs bietet zudem eine hervorragende, wenn auch preislich etwas gehobene Einkehrmöglichkeit direkt an der Strecke.
Aus landschaftlicher Sicht sticht die historische Lärchenallee besonders hervor. Die mächtigen, alten Bäume verleihen diesem Abschnitt eine besondere Atmosphäre. Zusammen mit den historischen Überresten des Höllhammers – wie der alten Grenzmauer und der Kohlescheune – bietet dieser Teil der Wanderung einen interessanten Einblick in die regionale Industriegeschichte.
💡 Meine Tipps für Nachwanderer:
Abstecher zum Rexroth-Friedhof: Kurz vor dem Ende der Tour lohnt sich der kurze Abstecher zu diesem historischen Waldfriedhof. Der Ort besitzt den Charakter eines Lost Places, auch wenn eine umgestürzte Rieseneiche Teile der Anlage stark beschädigt hat.
Ruhiger Ausklang: Der anschließende Abschnitt am idyllischen Waldsee führt angenehm und ohne große Anstrengung um den Berg herum zurück zum Ausgangspunkt. Eine durchweg gelungene Rundtour, die sich bestens für einen Halbtagsausflug eignet.
Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)
Alle Räuberpfade findet ihr auf der Seite des Touristikverband e.V. RÄUBERLAND --> Räuberpfade
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