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Heimatpfade im Hochspessart: Urwald-Abenteuer und Wiesentäler rund um Jakobsthal

  • 29. Aug. 2024
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Mai

Drei Generationen, alte Familiengeschichten und ein Hauch von Urwald

Wandern in der eigenen Heimat ist immer etwas ganz Besonderes – erst recht, wenn gleich drei Generationen gemeinsam den Rucksack packen! Zusammen mit meinen beiden Töchtern 😍 und meinem Papa ging es auf eine rund 12 Kilometer lange Entdeckungstour direkt vor unserer Haustür in Jakobsthal. Im Gepäck: jede Menge Proviant und wunderbare alte Geschichten aus vergangenen Zeiten.

Vom Dorfplatz aus starteten wir über das „Pödchje“ hinauf auf den geschichtsträchtigen Stadtweg und folgten den Spuren meines Opas. Vorbei an der sagenumwobenen „Bösen Tat“ – deren Inschrift ich heute noch auswendig kann – bezwangen wir den Gipfel der Steigkoppe, bevor wir am Streitplatz eine gemütliche Rast einlegten. Der Rückweg hielt echte Kontraste bereit: Von einem abenteuerlichen, herrlich naturbelassenen „Urwald-Pfad“ oberhalb des Heigenbrückener Freibads ging es hinein in das idyllische, vom Biber geprägte Lohrbachtal. Eine wunderschöne Heimatrunde, die uns von tiefen Wäldern bis zu sanften Spessartwiesen alles geboten hat!

🧭 Kurzübersicht der Tour

🚩 Ausgangsort und Ziel: Jakobsthal – Dorfmitte / Kirchstraße

🥾 Typ: Rundwanderung

🕒 Gehzeit: ca. 3,5 Stunden

⛰️ Höhendifferenz: ↑ 220m ↓ 220m

📏 Weglänge (gesamt): ca. 11,8 km

🚗 Anfahrt: In der Kirchstraße

💪 Schwierigkeit: mittel




Heute wandere ich mit meinen beiden Töchtern 😍 und meinem Vater in meinem Heimatort Jakobsthal. Wir starten in der Dorfmitte und richten uns zu Beginn nach dem Wegweiser "Rotes X". Wir laufen die Mühlstraße hinunter, nach ein paar Metern geht es rechts die Treppe zwischen einem alten Fachwerkhaus und einer Garage hinauf. Bei uns heißt dieser Weg "Pödchje". Es sind viele Treppenstufen zu laufen bis wir zur Straße "Stadtweg" gelangen. Dort geht es nach links und wir folgen dem Wegweiser "Rotes X" weiter, aus dem Dorf hinaus. Bald erreichen wir den Wald, links sind die Überbleibsel vom alten Skilift des WSV Aschaffenburg. Wir erzählen meinen Töchtern, warum der Stadtweg Stadtweg heißt. Mein Opa erzählte es so: "In früheren Zeiten haben die Dorfbewohner diesen Weg benutzt, um nach Aschaffenburg (in die Stadt) zu laufen, als Fahrzeuge noch nicht alltäglich waren." Deshalb heißt eine Straße in Jakobsthal heute "Stadtweg".

Einen schönen Waldweg wandern wir entlang, der uns bis zum Bildstock "Bösen Tat", auch "Am kurzen Heiligen" genannt, führt. Hier wird an den Mord des Försters "Kurz" durch einen Wilderer erinnert. Die Inschrift auf dem Bildstock lautet:

Böse Tat ist hier geschehen und der Mörder ist entflohen,

Gottes Aug hat Ihn gesehen, Gottes Zorn erreicht ihn schon.

(kann ich immer noch auswendig 😅)


Von der "Bösen Tat" folgen wir dem Wegweiser des Eselsweges "E". Wir laufen ein Stück Richtung Sailauf, Nach ein paar Metern zeigt der Wegweiser nach links und wir laufen einen schönen Pfad hinauf auf die mit 502 m höchste Erhebung der Wanderung die "Steigkoppe". Mein Vater erzählt, dass hier füher ein Holzturm gestanden hat und sie als Kinder auf den Turm gestiegen sind. Von oben hatte man einen Ausblick bis nach Sailauf hinunter. Nun geht es leicht bergab. Ca. 400 m weiter gelangen wir kurz auf einen Schotterweg, den wir gleich darauf verlassen und dem Eselsweg folgen. Bald darauf kommen wir zum "Streitplatz" in der dort errichteten Schutzhütte machen wir unsere Mittagspause.


Gestärkt geht es weiter. Wir folgen nun dem Wegweiser "Schwarzer Fuchs". Auf einem Wirtschaftsweg wandern wir Richtung Heigenbrücken durch den schönen Spessartwald 💚bis zur Staatsstraße. Diese überqueren wir und setzen den Weg gegenüber oberhalb der Straße fort. Nach wenigen Minuten erreichen wir Heigenbrücken, kommen gegenüber des geschlossenen "Flair Hotel Hochspessart" aus dem Wald und passieren die Straße und gehen nach links. 20 Meter weiter zeigt uns der Wegweiser "Schwarze Feder" dem wir nun folgen, dass es Richtung des Naturschwimmbades geht. Übrigens ein toll gelegenes Freibad! Der Wegweiser zeigt uns bald, dass es oberhalb des Schwimmbades entlang geht. Achtung! Dieser Pfad ist etwas abenteuerlich und leider die letzten Jahre nicht gepflegt geworden. Wir übersteigen oder unterqueren manchen umgestürzten Baum. Aber irgendwie hat es auch was. Man fühlt sich wie in einem Urwald 😉. Am Ende des Pfads gelangen wir zu den Spessartwiesen, die ein Naturschutzgebiet sind. Wir laufen nach rechts und überqueren den Lohrbach. Kurz darauf suchen wir den Wegweiser "Schwarzer Fuchs" dem wir talaufwärts nun folgen.


Ein wunderschöner Pfad empfängt uns, der unterhalb des "Heinrichsthaler Straße" im Tal entlang führt. Links von uns ist, typisch für den Spessart, ein Wiesental: Ein mäandernder Bachlauf, ausgedehnte Nass- und Feuchtwiesen mit moorigen Bereichen. Das Tal wird durch extensive Mahd und den Biber offen gehalten. Der Pfad führt uns bis zur Straße, die nach Heinrichsthal (dem Talübergang) verläuft. Durch eine Röhre unterqueren wir die Straße und kommen bald auf der anderen Seite wieder in ein schönes Wiesental. Hier mündet der Hasselbach der in Jakobsthal entspringt, in den Lohrbach der unterhalb von Heinrichsthal entspringt.


Jetzt geht es zum Endspurt. Wir wandern durch das Tal, nehmen den rechten Schotterweg und biegen gleich darauf nach links ab (Wegweiser "Schwarzer Fuchs"). Bald geht es nochmal steil bergauf. An einer Bank machen wir nochmal Rast. Gegenüber der Bank setzen wir den Weg fort und laufen den Mühlberg entlang. Kurz vor der "Jakobsthaler Mühle" geht es nochmals kurz steil in den Wald hoch, da ein umzäuntes Wasserschutzgebiet umlaufen werden muss. Wir kommen zurück auf den Weg, laufen oberhalb von Jakobsthal und kommen zum Friedhof. Diesen durchqueren wir und laufen rechts an der Kirche vorbei und hinunter zum Kirchplatz. Auf der Kirchstraße biegen wir nach links und stehen sogleich auf der Dorfmitte und haben es geschafft 😊.


Fazit: Eine landschaftliche Perle im Hochspessart für die ganze Familie

Diese Runde in meiner Heimat ist einfach ein absoluter Genuss für die Seele! Die Tour punktet mit einer perfekten Zweiteilung: Der erste Abschnitt führt durch schattige Spessartwälder voller Geschichte und sanfter Steigungen, während der zweite Teil durch das traumhafte, naturbelassene Lohrbachtal führt. Das mäandernde Bächlein und die saftigen Feuchtwiesen zeigen den Spessart genau so, wie er sein soll – wild, grün und lebendig. Ein echtes Highlight für die Kids war der leicht abenteuerliche, von umgestürzten Bäumen geprägte Pfad am Freibad, der echtes Dschungel-Feeling aufkommen ließ.

💡 Wichtiger Tipp für Nachwanderer: Packt euch für diese Tour unbedingt ausreichend Rucksackverpflegung und genügend zu trinken ein! Auf der gesamten Strecke gibt es keine Einkehrmöglichkeit mehr, da in Jakobsthal leider auch das traditionelle Gasthaus „Zur Knöpphütte“ für immer seine Pforten geschlossen hat. Wer die Ruhe sucht und eine abwechslungsreiche Route abseits der Massen wandern möchte, ist hier genau richtig! Ein großes Danke an meine Mädels und meinen Papa für diesen unvergesslichen Tag ❤️.


Einkehrmöglichkeiten:

Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)


Werbung in eigener Sache: Wenn euch meine Wanderberichte gefallen, empfehlt meinen Blog gerne weiter 🤗.


Hinweis:

Alle Inhalte dieses Blogs werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Fehlerfreiheit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte kann jedoch nicht übernommen werden.

Jeder der meinen Wanderungen folgt, tut dies auf eigenes Risiko. Nehmt bitte immer ausreichend Getränke und Essen mit.


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Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden nicht beeinflusst.



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