Von Wiesthal zur Kreuzkapelle über den Schneewittchenweg nach Habichsthal - zurück über die Aubachseen
- 5. Dez. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai
Eine 400-jährige Mühle, die älteste Kapelle des Spessarts und eine gemütliche Einkehr
Manchmal braucht es ein paar Höhenmeter, um zu den absolut geschichtsträchtigsten Ecken unserer Heimat zu gelangen. Genau das war das Motto meiner heutigen, gut 16 Kilometer langen Rundwanderung, die mich von Wiesthal über die Höhenrücken des Hochspessarts bis ins malerische Aubachtal geführt hat.
Direkt am Sportheim in Wiesthal startete ich meine Tour mit einem Blick auf die historische Ruhmühle – die letzte der ehemals sechs Mühlen des Ortes, die pünktlich zu ihrem stolzen 400-jährigen Jubiläum im Sommer 2025 frisch renoviert wurde. Danach hieß es: Waden anspannen! Ein knackiger, zweieinhalb Kilometer langer Aufstieg brachte mich mitten im Wald zur beeindruckenden Kreuzkapelle. Diese monumentale Waldkapelle wurde vermutlich schon vor 1450 erbaut und gilt als eine der ältesten Kultstätten im gesamten Spessart. Über den geschichtsträchtigen Schneewittchenweg wanderte ich weiter auf der Höhe, bevor mich ein steiler Abstieg ins Aubachtal katapultierte. Nach einem herrlichen Panoramablick an der Habichsthaler Grotte und einer verdienten Rast bei Kaffee und Apfelstrudel in der „Frischen Quelle“ ging es vorbei an den idyllischen Aubachseen entspannt zurück zum Ausgangspunkt. Kommt mit auf eine abwechslungsreiche Runde voller Tradition!
🧭 Kurzübersicht der Tour
🚩 Ausgangsort und Ziel: Wiesthal – Parkplatz am Sportheim
🥾 Typ: Rundwanderung
🕒 Gehzeit: ca. 4,5 Stunden
⛰️ Höhendifferenz: ↑ 330m ↓ 330m
📏 Weglänge (gesamt): ca. 16,4 km
🚗 Anfahrt: Parkplatz am Sportheim
🚆 ÖPNV: bahn.de
💪 Schwierigkeit: mittel
Die Tour startet direkt am großen Parkplatz beim Wiesthaler Sportheim. Nach dem Schnüren der Wanderschuhe geht es auch schon los: Ich laufe einmal um das große Gebäude herum, biege nach links ab und stehe kurz darauf vor einem echten historischen Schmuckstück – der alten Wiesthaler Mühle. Als „Ruhmühle“ bekannt, ist sie der letzte stolze Zeuge von ehemals sechs Mühlen, die einst im Ort klapperten. In den vergangenen Jahren wurde sie Schritt für Schritt liebevoll renoviert und hat sogar ein neues Mühlrad bekommen. Pünktlich zu ihrem stolzen 400-jährigen Mühlenjubiläum im Sommer 2025 soll sie nun wieder voll funktionstüchtig sein.
Nach der kurzen Besichtigung und dem Lesen der sehr informativen Infotafel laufe ich weiter. Es geht die nächsten 2,5 km den Berg hinauf. Dabei wird mir ganz schön warm 😅. Plötzlich schimmert ein Gebäude durch die Bäume. Es ist die Kreuzkapelle, die hier im Wald zwischen Wiesthal und Frammersbach steht. Für mich ist die Kapelle wegen ihrer Größe schon eine kleine Kirche. Die Kreuzkapelle wurde vermutlich vor 1450 erbaut und später immer wieder erweitert. Damit ist sie eine der ältesten Kultstätten im ganzen Spessart! Ich schaue mir das ganze Gebäude von allen Seiten und von innen an, bevor ich weiterlaufe.
Nach dem Besuch der Kreuzkapelle wandere ich auf dem Schneewittchenweg weiter. Dieser Abschnitt verläuft fast ausschließlich auf dem Höhenrücken zwischen den Ortschaften Frammersbach und Habichsthal. Ich gehe fast nur auf Schotterwegen, die meist auch ziemlich gerade, wie an der Schnur gezogen, verlaufen. Nach ca. 5,3 km, am höchsten Punkt der Wanderung, verlasse ich den Schneewittchenweg und folge nun dem Wegweiser "Spessartweg 3", den ich auch schon gewandert bin. Es geht ziemlich steil den Berg hinunter und zu allem Überfluss ist der Weg auch noch grob geschottert. Kein schöner Teil der Tour. Kurz bevor ich unten ankomme, geht der Weg wenigstens wieder in einen Waldweg über. Bald erreiche ich das malerische Tal, in dem der Aubach munter vor sich hin plätschert. Ich durchquere das Tal und gehe parallel dazu auf der gegenüberliegenden Seite Richtung Habichsthal. Kurz vor dem Ort zeigt der Wegweiser wieder nach oben. Wenig später erreiche ich die Habichsthaler Grotte. Dort gibt es auch einen schönen Rastplatz mit Tisch und Bänken, von dem aus man einen herrlichen Blick über das Dorf hat. Ich folge nun der Asphaltstraße bergab und treffe auf die ersten Häuser. Bald erreiche ich die Dorfstraße und sehe als erstes die große Linde von Habichsthal, ein wirklich imposanter Baum 🌳. Etwas weiter die Hauptstraße hinunter erreiche ich das Gasthaus "Frische Quelle". Leider komme ich zu spät zum Mittagessen, deshalb gibt es Apfelstrudel und Kaffee 🙂.
Nach der Einkehr im Gasthaus wandere ich weiter. Ich gehe die Dorfstraße hinunter und folge dem Wegweiser des Spessartweg 3, der mich bald zur renovierten Habichsthaler Mühle führt, die malerisch im Aubachtal liegt. Wenig später erreiche ich die Aubachseen. Es ist immer wieder schön, hier zu sein. Die drei Seen gliedern sich in den Oberen, Mittleren und Unteren See. Zu meiner Überraschung ist der untere See gerade leer, kein Wasser, aber es stinkt gewaltig. Am Ende des dritten Sees geht es ein Stück steil bergauf und ich komme auf einen Schotterweg, der mich zurück nach Wiesthal und zu meinem Auto bringt.
Geschichtsträchtige Top-Highlights, die über schnurgerade Schotterwege hinwegtrösten
Diese Rundtour ab Wiesthal hat mich vor allem durch ihre fantastischen kulturellen und landschaftlichen Highlights absolut begeistert! Die Dimensionen der uralten Kreuzkapelle mitten im Nirgendwo zu bestaunen, ist ein echtes Erlebnis, und die Route hinab zu den Aubachseen zeigt den Spessart von seiner herrlich idyllischen, wasserreichen Seite. Auch die gigantische, alte Dorflinde in Habichsthal lässt das Herz jedes Naturfreundes höherschlagen.
Man muss allerdings ehrlich dazusagen: Der Abschnitt auf dem Schneewittchenweg entlang des Höhenrückens verlangt dem Wandererauge etwas Durchhaltevermögen ab. Hier läuft man fast ausschließlich auf sehr breiten, wie an der Schnur gezogenen Schotterstraßen, und auch der Abstieg auf dem Spessartweg 3 ist durch den groben Schotter kein echter Knaller für die Knie. Das wunderschöne, munter plätschert Aubachtal entschädigt dafür aber vollends.
💡 Tipp für Nachwanderer: Die Habichsthaler Grotte oberhalb des Dorfes bietet den perfekten Platz für eine ausgiebige Rast mit Traumblick. Wer einkehren möchte, sollte die Uhr im Auge behalten – falls ihr wie ich zu spät fürs warme Mittagessen im Gasthaus „Zur frischen Quelle“ ankommt, tröstet der erstklassige warme Apfelstrudel samt Kaffee aber bestens darüber hinweg! Eine absolut lohnende und geschichtsreiche Runde.
Einkehrmöglichkeiten:
Gasthaus zur frischen Quelle in Habichsthal
Meine Tour auf Komoot (inkl. GPS-Download)
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Jeder der meinen Wanderungen folgt, tut dies auf eigenes Risiko. Nehmt bitte immer ausreichend Getränke und Essen mit.
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