top of page

Vom Main bis auf den Geiersberg: Das ultimative Spessart-Abenteuer vom tiefsten zum höchsten Punkt im Spessart

  • 30. Mai 2024
  • 12 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Tagen

58 Kilometer, 1.400 Höhenmeter und eine selbstgeplante Premiere

Es gibt Wanderungen, die plant man nicht einfach nur – man träumt sie. Seit letztem Jahr hatte ich ein klares Ziel vor Augen: Einmal den gesamten Spessart zu durchqueren, und zwar vom absolut tiefsten Punkt in Kahl am Main (102 m ü. NN) bis hinauf zur höchsten Erhebung, dem Geiersberg (586 m ü. NN). Komplett selbst am Laptop via Komoot ausgetüftelt, war diese Zweitages-Mammuttour meine allererste selbstgestaltete Etappenwanderung. Und was soll ich sagen? Ich habe mich gefreut wie Bolle!

Was auf den knapp 58 Kilometern passierte, war ein unvergessliches Wechselbad der Gefühle. Ich erlebte berührende Begegnungen wie ein spontanes Gedicht am Wegesrand und einen herzensguten Küster, der mir die Türen öffnete. Ich wanderte vorbei am majestätischen Aschaffenburger Schloss, bezwang knackige Anstiege und tauchte am zweiten Tag tief ein in urige Naturwaldreservate, in denen die Biodiversität noch so richtig rockt. Von urbanen Highlights über jahrhundertealte Rieseneichen bis zum stolzen Moment am Gipfelkreuz – diese Tour war anstrengend, wunderschön und ein echtes Abenteuer vor der eigenen Haustür. Kommt mit auf meinen ganz persönlichen Spessart-Cross!

🧭 Kurzübersicht der Tour

  • 🚩 Ausgangsort: Kahl am Main (Tiefster Punkt Bayerns, 102 m ü. NN)

  • 🏁 Ziel: Geiersberg (Höchste Erhebung des Spessarts, 586 m ü. NN)

  • 🏡 Zwischenziel & Übernachtung: Klingerhof, Bessenbach

  • 🥾 Typ: Mehrtagestour (2 Etappen)

  • 📏 Weglänge (gesamt): ca. 58 km

  • ⛰️ Höhendifferenz (gesamt): ↑ 1.400 m ↓ 940 m

  • 💪 Schwierigkeit: schwer

🥾 Die Etappen im Fokus:

  • Etappe 1 (Kahl am Main – Klingerhof): ca. 31,1 km | 🕒 ca. 7,5 Std. | ↑ 610 m ↓ 420 m

  • Etappe 2 (Klingerhof – Geiersberg): ca. 26,6 km | 🕒 ca. 6,5 Std. | ↑ 790 m ↓ 520 m

  • 🚗 An- & AbreiseRoutenplaner nutzen. Für die Rückreise vom Geiersberg-Gipfel vorab einen Abholservice organisieren (Abholung an der Staatsstraße, ca. 700 m vom Gipfel entfernt).

  • 🚆 ÖPNV: Anreise bis Bahnhof Kahl am Main möglich (zzgl. 2 km Fußweg zum Start). Die Rückreise vom Geiersberg ist mit Öffis leider nicht möglich!



Etappe 1: Vom tiefsten Punkt, in Kahl am Main, zum Klingerhof


In die Nähe des Ausgangspunktes, dem tiefsten Punkt des Spessart in Kahl am Main, lasse ich mich fahren. Ein kurzer Fußmarsch, und ich stehe an der Aluminium-Stele, die den tiefsten Punkt kennzeichnet. Es ist noch früh, nichts los, so kann ich die Zeit für Fotos nutzen. Jetzt aber los! Es liegen über 30 km vor mir. Ich freue mich wie Bolle, es ist das erste Mal, dass ich mir eine Etappenwanderung selbst ausgedacht und zusammengestellt habe.

An der Kahlquelle vorbei laufe ich am Main entlang, zu Beginn meiner Wanderung folge ich dem Wegweiser des Mainwanderweges (blaues M). Nach 700 m geht es links ab, der Mainwanderweg läuft ein Stück durch Kahl und führt mich hoch auf "die Kipp". Beim Aufstieg überhole ich vier ältere Damen, die mich beim Laufen schon neugierig ausfragen 😇. Oben angekommen bleibe ich stehen um mir die Hinweistafel durchzulesen. Ich unterhalte mich weiter mit den vier Damen. Wir verabschieden uns, auf einmal fragt mich eine, ob ich ein Gedicht hören möchte. Ich bejahe und sie erzählt mir ein tolles Gedicht. Ich war komplett überrumpelt, aber fand das so toll! Zu Hause habe ich recherchiert. Es war das Gedicht: "Das Erkennen" von Johannes Nepumuk Vogl, einem österreichischem Schriftsteller. Wer es nachlesen möchte --> hier.

Sowas passiert einem, wenn man mit einem Wanderstock durch den Spessart läuft. Herrlich!

Falls eine der Damen dies liest. Danke dafür, es hat mich unheimlich gefreut 💚.


Von der Kipp steige ich über eine Treppe hinunter nach Großwelzheim. Im Dorf komme ich an der Dorfkirche vorbei. Die Eingangstür ist leider verschlossen. So laufe ich rechts an der Kirche vorbei und wieder hinunter zum Main. Auf einmal ruft es hinter mir. Der alte Küster steht mit dem Schlüssel da und öffnet mir die Kirchentür. Er erzählt mir, dass er früher auch so gerne gewandert ist. Z. B. den Jakobsweg von seiner Haustür bis nach Santiago de Compostella. Wow! Ob ich sowas mal schaffe? Nach der Besichtigung geht es nun wirklich hinunter zum Main. Am Mainufer wandere ich bis nach Dettingen. Hier laufe ich nach rechts, die Kirchgasse hoch bis zum "Karlsteiner Karlsthron", einem Nachbau des Aachener Königsthrons. Dort verlasse ich den Mainwanderweg und folge nun dem Kulturweg Karlstein (gelbes Schiffchen auf blauem Grund) aus dem Dorf hinaus. Am Anglersee richte ich mich jetzt nach dem Wegweiser (K1 - Karlstein1). Durch ein Naturschutzgebiet komme ich zur A 45, die ich unterquere. Immer der Nase nach verläuft der Weg,. Mittlerweile ist der Wegweiser zu einem blauen Laubbaum gewechselt. Ich komme an eine wenig befahrene Straße. Ein Hinweisschild zeigt mir die Richtung zum Schluchthof (hier Möglichkeit zur Einkehr, tägl. ab 11 Uhr). Am Schluchthof laufe ich nach rechts, ca. 250 m weiter geht es den Berg hoch. Nun folge ich wieder dem Mainwanderweg bis zu den "Kleinostheimer Waldseen".


Direkt am See nehme ich einen schmalen Waldpfad, der mich zu einem Schotterweg bringt. Es geht bergauf bis zur "Ludwig-Thoma-Hütte". Der Autor der Lausbubengeschichten hatte in Aschaffenburg ein Forststudium begonnen, aber wieder abgebrochen. Er soll in Aschaffenburg seine ersten literarischen Schritte gemacht haben. Hinter der Hütte nehme ich den Schotterweg nach rechts und folge nun dem Kulturweg Aschaffenburg 1, der hier teilweise auf schönen Pfaden verläuft, bis hinunter zur Menze-Mühl. Dort lese ich die Sage "Die grausige Mär der Menze-Mühl" auf einem Schild, bevor ich über die Brücke laufe und ein weiterer Pfad mich den nächsten Berg nach oben bringt. Oben erwartet mich ein Schotterweg, der mich langsam gen Strietwald lotst. Kurz bevor es aus dem Wald geht, verlasse ich den Schotterweg nach links auf einem Waldpfad, es geht vorbei am Bernarzerkreuz, das sich versteckt im Wald befindet. Ich treffe nochmals auf einen Schotterweg und komme gleich darauf am Parkplatz des Strietwälder Waldfriedhofs aus dem Wald. Hinunter nach Aschaffenburg laufe ich die Straße entlang, überquere die A3 und gleich darauf biege ich nach links ab. Der Weg leitet mich nach Strietwald. Über die Habichtstraße, vorbei am Grillplatz und dem Kegelzentrum geht es nun den Galgenbuckel hoch. Aufzeichnungen zeigen, dass hier oben bis 1789 die zum Tode Verurteilten hingerichtet wurden. Auf der Michaelstraße laufe ich bis zum Friedhof Damm, dort nach rechts in die Schmittstraße, über eine Treppe hinunter zur Schillerstraße und hinunter zum Main.


Hier laufe ich kurz den Fluss entlang und steige die Treppe am Weinberg nach oben. Oberhalb der Weinlage laufe ich am Pompejanum vorbei. Ein toller Blick auf das Schloss Johannisburg erwartet mich. Durch den Schlosspark, vorbei am Frühstückstempel, laufe ich zum Schloss. Wer diesen Weg noch nie gelaufen ist, unbedingt mal machen! Der ist unglaublich schön 🤩. Noch eine Treppe hoch und ich stehe auf dem Schlossplatz. Jetzt habe ich Hunger und laufe zum Schlappeseppel 🍺😀.

(Leider ist es mir nicht möglich Bilder vom Pompejanum, Schloss und Schlossgarten zu zeigen, da die bayrische Schlösserverwaltung eine Fotogenehmigung fordert...)


Nach Speis & Trank im altehrwürdigen "Schlapp" laufe ich durch die Fußgängerzone der Stadt ins Schöntal. Von dort über die Großmutterwiese und Fasanerie hinauf zur Teufelskanzel 👹. Nun folge ich dem Spessartweg 1 den Godelsberg hinab. Unterhalb des Weingutes "Urbani Häcker" laufe ich über die Straße zwischen Klinikum und Aschaffenburg. Weiter folge ich dem Wegweiser des Spessartweges über den Büchelberg bis zum Parkplatz des Haibacher Friedhofes. Rechts vom Friedhof setze ich den Weg fort. Der Spessartweg bringt mich bis zur Ketzelburg, dort lese ich mir die interessanten Infos über diese Anlage durch. Jetzt nehme ich den Weg hinunter in die "Haibacher Schweiz". Unten erwarten mich ein Klappermühlchen und ein Springbrunnen. Dieser funktioniert ganz ohne Strom und Pumpe, trotzdem spritzt das Wasser aus einer Düse bis zu 4 Meter hoch hinaus. Ich wandere weiter nach unten. Am Mammutbaum biege ich rechts ab.


Nun geht es für den nächsten Kilometer, teilweise sehr steil, nach oben. Mittlerweile folge ich dem Wegweiser "Rund um Aschaffenburg". Dieser bringt mich zur Kapelle am Buchberg, die toll am Waldrand gelegen ist. Weiterhin folge ich dem Aschaffenburger Rundweg. Nach ca. 250 m wähle ich den grob geschotterten Weg nach oben. Im Nachhinein wäre es schöner gewesen, hier um den Buchberg herum zu laufen, als drüber hinweg. Unten angekommen laufe ich nach links, bald darauf kommt ein großer Ameisenhügel in Sicht. Dort geht es in den Wald und gleich darauf nach rechts. Ein Pfad bringt mich über den Strietbach. Jetzt geht es noch das letzte Mal bergauf, dann habe ich es geschafft! Ich überquere die Kreisstraße und laufe auf dem parallel verlaufenden Weg bis zur Abzweigung. Dort sehe ich das Werbeschild des Klingerhofes. Kurz darauf stehe ich vor dem Hotel, habe den ersten Tag geschafft und freue mich auf Dusche und Abendessen 😊.



Etappe 1 auf Komoot




Etappe 2: Vom Klingerhof auf den Geiersberg


Der Tag beginnt mit einem sehr guten Frühstück auf dem Klingerhof. Die Sonne 🌞lacht, ich habe wirklich Glück mit dem Wetter. Nach dem Auschecken genieße ich erstmal den Ausblick 🤩 von hier oben. Der ist wirklich traumhaft.

Nun aber los! Es stehen heute ca. 26 km und einiges an Höhenmetern auf dem Programm. Unterhalb des Hotels beginnt die Wanderung. Ich folge dem Kulturweg Bessenbach 2 (gelbes Schiffchen auf blauem Grund). Es geht über Felder und Wiesen hinunter nach Straßbessenbach. Immer wieder komme ich an Bildstöcken vorbei, bei denen mir auffällt, dass sie top gepflegt werden. An der Dorfstraße suche ich nach dem Wegweiser des fränkischen Marienweges. Der Pfad liegt versteckt zwischen den Häusern. Ich folge dem Wegweiser durch das Dorf. Am Ende der Waldstraße geht es auf einen Schotterweg, der mich ziemlich steil hinauf zum Waldrand bringt. Dort laufe ich nach rechts und treffe auf 2 Liegebänke. Erstmal eine kurze Trinkpause und den Ausblick über den Ort bis hinüber zum Klingerhof genießen. Kurze Zeit später laufe ich weiter. Ein Stück zurück und der fränkische Marienweg geht rechts in den Wald. Es steigt immer weiter an, nach ca. 10 Minuten stehe ich an einem alten Steinbruchgelände, das nun von der Gemeinde zu einem Grünabfallsammelplatz umfunktioniert wurde. Ein kurzes Stück hinter dem Steinbruch wandere ich nach links. Es ist ein schöner Waldweg, nach dem ganzen Teer und Schotter eine Wohltat für die Füße. Ich umrunde den "Steinknückel" und laufe stetig bergauf. Bei km 5 biege ich rechts ab und stehe gleich darauf vor dem Posthalterkreuz. Über die Entstehung des Kreuzes sind mehrere Geschichten im Umlauf, wer es nachlesen möchte: Seite der Gemeinde Bessenbach. Im Sockel erkennt man die eingemeißelte Jahreszahl 1812. Es muss schon sehr lange hier oben stehen.


Nachdem ich die Infotafel des archäologischen Spessartprojekts gelesen habe, marschiere ich weiter. Ich folge immer noch dem Wegweiser des Marienweges. Auf der Höhe verläuft der Weg ohne nennenswerte Steigung. Nach ca. 1,5 km komme ich zum Bildstock "Maria hilf" und der neu gepflanzten "Muttergottesbuche". Hier befindet sich auch eine schöne, überdachte Rastmöglichkeit.

Nun geht es auf dem linken Weg weiter, bis ich auf eine größere Kreuzung im Wald treffe. Dort verlasse ich den Marienweg und folge nun dem Wegweiser des Ortswanderweges Mespelbrunn 1 (M1) bis hinunter zur Staatstraße, die von Hessenthal nach Weibersbrunn führt. Die Straße überquere ich, ein paar Meter weiter Richtung Hessenthal, nach links, geht der Wanderweg (nun Wegweiser roter Querbalken) weiter. Gleich zu Beginn steht ein Schild mit einer Anekdote über die "Öbbelsbreibrücke" die hier einst stand, oder besser lag, als es noch keine befestigten Straßen gab. Entlang des Kaltenbachtals laufe ich Richtung Weibersbrunn. Kurz darauf höre ich das Geblöke von Schafen und ein Stall ein bisschen unterhalb des Weges kommt in Sicht. Es sind Moorschnucken, die aufgrund des Grünlandprojektes im Kaltenbachtal gehalten werden. Es geht nun stetig, aber nicht steil bergauf. Bald komme ich zur Elsavaquelle. Leider hat es hier einige Kahlschläge gegeben. Wenn man sich Bilder vor den Kahlschlägen und jetzt anschaut... Echt schade für diesen wildromantischen Ort. Weiter geht es Richtung des Holzlagerplatzes Weibersbrunn. Es ist leider ein typischer Wirtschaftsweg im Spessart, der mich monoton den Berg nach oben bringt. Der Wegweiser "roter Querbalken" macht fast am Ende nochmals einen Schlenker, den ich aber weglasse und marschiere direkt geradeaus zum Holzlagerplatz. Dort schaue ich mir die gefällten Eichen an, die auf ihren Versteigerungstermin warten, damit aus ihnen ein neues Fass, ein Tisch oder Ähnliches entstehen kann. Von dort oben kann ich das erste Mal einen Blick auf mein Ziel, den Geiersberg werfen. Hinunter nach Weibersbrunn folge ich dem Hasenstabweg, der mich zur A3 bringt. Diese überquere ich auf einem Fußgängerüberweg (was für ein Lärm!) und laufe ins Dorf hinunter zu meiner Mittagsrast auf der Terrasse des Hotels "Jägerhof".


Das Essen im Jägerhof war wie immer top! Ich würde noch gerne ein wenig länger auf der Terrasse sitzen bleiben, aber ich möchte heute noch auf den Geiersberg 😉. So mache ich mich nach einem Espresso auf den Weg. Schräg gegenüber dem Jägerhof laufe ich eine Treppe hinauf. Oben gehe ich nach rechts und biege gleich darauf in die Straße "Glaserhohle" ein, die mich aus dem Dorf bringt. Oberhalb des Ortes laufe ich bis zum Waldrand. An diesem entlang wandere ich und habe dabei immer wieder schöne Ausblicke auf Weibersbrunn. Nach ca. 700 m geht es in den Wald und auf den Ruhlandspfad, der von Weibersbrunn bis fast nach Rothenbuch führt. Dem Pfad folge ich nur bis zu einer Kreuzung, auf der am Rande eine große alte, verrottende Eiche liegt. Hier biege ich ab und folge dem Wirtschaftsweg (Wegweiser rotes Dreieck) nach rechts und gleich wieder nach rechts einem Waldweg den Berg hinunter. Dort treffe ich auf einen Schotterweg, auf den ich nach links abbiege. Nach ca. 300 m geht es rechts den Berg hinunter. Achtung! Dies ist kein offizieller Wanderweg, sondern ein Rückeweg. Wer hier hinabläuft bitte aufpassen. Diesen Weg wähle ich, da ich zu einem Naturdenkmal möchte, der Steinknuckeiche. Eine alte, wundervolle Eiche, die ich kurz darauf erreiche. Es ist ein wirklich imposanter Baum. Auf über 400 Jahre wird sein Alter geschätzt. Er besitzt einen Stammumfang von 4,80 m auf Brusthöhe. Bitte aufpassen, wer sich dort aufhält. Es können immer abgestorbene Äste herunterfallen.


Die Steinknuckeiche


Unterhalb der Steinknuckeiche spaziere ich weiter. Ich folge dem rechten Weg. Nach ca. 400 m muss ich mich entscheiden: Folge ich weiter den offiziellen Wanderwegen, oder nutze ich einen alten zugewachsenen Rückeweg, der mich tief ins Schutzgebiet "Metzgergraben" bringt? (Bitte geht hier achtsam mit der Natur um!) Da mich alte Bäume faszinieren, entscheide ich mich für den Rückeweg.

Achtung! Der Weg ist stellenweise ziemlich zugewachsen. Wer das nicht möchte, Angst vor Zecken, Spinnen, etc. hat, bitte auf dem Schotterweg, Wegweiser „Nordic Walking“, bleiben und oben dem Wegweiser „Rotes Dreieck“ hinunter zum Steinbachtal folgen.

Diesen Weg bin ich bereits bei meiner Wanderführerausbildung gelaufen. Und ich bin sehr gespannt, ob sich viel verändert hat. Es ist spannend zu sehen, wie sich Waldgebiete entwickeln, die komplett aus der wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wurden. Der Metzgergraben bereits seit fast 100 Jahren! Hier liegt alles Kreuz und Quer. Ein Paradies für Vögel, Käfer und Tiere jeder Art. Hier rockt Biodiversität! An einer stehenden, alten Buche mache ich halt. Ein lautes Vogelgezwitscher macht mich aufmerksam. Was ist da? Ah, ziemlich weit oben im Baum hat ein Bundspecht sein Nest. Die Jungen zwitschern in einer Tour. Irgendwann kommen die "Alten" bemerken mich und fangen an zu schimpfen. Sofort verstummen die Jungen im Baum. Ich laufe weiter, möchte nicht weiter stören. Bald treffe ich auf den Weg, der mich hinunter ins Steinbachtal bringt. Immer noch fasziniert von den Eindrücken laufe ich den steilen Weg nach unten.


Spechtnest - Ton an!


An der Straße, die ins Hafenlohrtal führt, komme ich aus dem Wald. Durchquere das Tal an der Straße und gehe nach links zum Wanderparkplatz am Steintor. Von dort folge ich dem Wegweiser "Blaues Eichblatt" bis zur nächsten Abzweigung. Dort entscheide ich mich, den Weg nach rechts zu nehmen, da dieser fast komplett am "Naturwaldreservat Eichhall" vorbeiführt. Dieser Weg hat leider keine Markierung. Aber bringt mich bis einen Kilometer vor mein Ziel. Auch hier ist es fesselnd zu sehen, wie die Natur sich ohne Einfluss des Menschen entwickelt. Links vom Weg das Naturwaldreservat, rechts davon der Wirtschaftswald und das auf 3 km Länge! Oben komme ich auf eine große Kreuzung und treffe eine Mountainbikerin, die zur selben Zeit am Parkplatz gestartet ist. Sie wählte den Weg nach links und ist ganz fasziniert, dass ich fast zur selben Zeit hier oben ankomme 😁. Wir unterhalten uns kurz, dann nehme ich den letzten Kilometer in Angriff. Ein schöner Pfad bringt mich hoch zum Gipfelkreuz des Geiersbergs. Ein würdevoller Abschluss! Mein Vater erwartet mich bereits. Ich freue mich, dass ich es geschafft habe. Es liegen nun ca. 58 km und 1400 Höhenmeter zwischen mir und Kahl am Main, wo ich gestern gestartet bin 💪.


Etappe 2 auf Komoot



Fazit:

Diese Durchquerung vom tiefsten zum höchsten Punkt hatte es absolut in sich und wird mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben! Die Tour ist eine echte sportliche Herausforderung, belohnt einen aber mit einer unglaublichen Vielfalt. Der erste Tag besticht durch grandiose Pfade, kulturelle Highlights wie das Pompejanum und den Aschaffenburger Schlossgarten sowie tolle Einkehrmöglichkeiten. Tag zwei hingegen ist pure, wilde Natur: Das über 100 Jahre unberührte Schutzgebiet "Metzgergraben" mit seiner krachenden Biodiversität und die gigantische Steinknuckeiche haben mein Wanderführer-Herz absolut höherschlagen lassen.

Klar, man muss ehrlicherweise sagen, dass der zweite Tag durch die aktive Holzwirtschaft im Hochspessart auch einige monotone, breite Schotter- und Forststraßen bereithält. Das ist der dortigen Infrastruktur geschuldet, tut dem stolzen Gefühl am Gipfelkreuz nach 58 Kilometern aber absolut keinen Abbruch. Ich habe ein riesiges Projekt auf meiner To-do-Liste abgehakt und kann diese Herausforderung jedem ambitionierten Wanderer nur wärmstens empfehlen!


💡 Tipp für Nachwanderer: Wer es gemütlicher mag, kann die Route auch perfekt auf 3 Tage aufteilen. Denkt bei der Planung an die Logistik für den Rückweg vom Geiersberg und genießt die zünftige Einkehr im "Schlappeseppel" oder "Jägerhof" – ihr habt es euch verdient!


Einkehrmöglichkeiten (direkt am Weg):

Tag 1:

Tag 2:


Werbung in eigener Sache: Wenn euch meine Wanderberichte gefallen, empfehlt meinen Blog gerne weiter 🤗.


Hinweis:

Alle Inhalte dieses Blogs werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Fehlerfreiheit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte kann jedoch nicht übernommen werden.

Jeder der meinen Wanderungen folgt, tut dies auf eigenes Risiko. Nehmt bitte immer ausreichend Getränke und Essen mit.


Werbehinweis:

Der Blogbeitrag enthält unbezahlte Werbung.

Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden nicht beeinflusst.



2 Kommentare


Gast
31. Mai 2024

Glückwunsch zu deiner Tour und danke für den ausführlichen Text mit den Fotos!!

Gefällt mir
Heiko
Heiko
31. Mai 2024
Antwort an

Vielen lieben Dank und gerne! Mir macht das Schreiben Spaß.

Gefällt mir

©2025 von wanderfulSPESSART

bottom of page